„Kann ich davon leben?“ ist eine der häufigsten Fragen, die uns vor der Doula-Ausbildung gestellt werden, und sie verdient eine ehrliche Antwort. Doula-Arbeit ist eine selbstständige Tätigkeit ohne feste Gehaltstabelle. Wie viel du verdienst, hängt davon ab, welche Leistungen du anbietest, wie viele Familien du im Jahr begleitest, in welcher Region du arbeitest und womit du die Doula-Arbeit kombinierst. In diesem Beitrag erklären wir, woraus sich das Einkommen einer Doula zusammensetzt und was du bei der Planung bedenken solltest.

Doulas arbeiten selbstständig und legen ihr Honorar selbst fest

Doula ist in Deutschland kein geregelter Beruf, und die Begleitung wird in der Regel nicht von den Krankenkassen bezahlt. Familien zahlen das Honorar privat. Das bedeutet für dich: Du bist Unternehmerin, legst deine Preise selbst fest und bist für Steuern, Versicherung und Buchhaltung verantwortlich. Genau deshalb sind Abrechnung, Marketing und Selbstständigkeit feste Inhalte unserer Ausbildung, und genau deshalb begleiten wir dich mit Mentoring in die ersten Monate.

Woraus sich das Einkommen einer Doula zusammensetzt

Die Geburtsbegleitung ist das Herzstück. Ein Begleitpaket umfasst üblicherweise mehrere Vorgespräche in der Schwangerschaft, die Rufbereitschaft in den Wochen um den errechneten Termin, die durchgehende Anwesenheit während der Geburt und ein Nachgespräch im Wochenbett. Viele Doulas berechnen dafür ein Pauschalhonorar, in dem die Rufbereitschaft eingepreist ist, denn die Zeit, in der du jederzeit losfahren können musst, ist ein wesentlicher Teil der Leistung.

Dazu kommen Angebote, die planbarer sind als Geburten. Elternvorbereitungskurse wie unser Konzept „Die bewegte Geburt“, Einzelstunden zur Geburtsvorbereitung, Begleitung im Wochenbett, Geburtsberichte, die Leitung von Blessingway-Ritualen oder Malbegleitung in der Geburtsvorbereitung erweitern dein Angebot und verteilen dein Einkommen auf mehrere Säulen. Wer die Aufbaumodule des Komplettpakets absolviert hat, kann diese Angebote direkt nach der Ausbildung aufbauen.

Wie viele Geburten sind realistisch?

Hier liegt der wichtigste Unterschied zu vielen anderen Tätigkeiten. Eine Geburt kann zu jeder Tages- und Nachtzeit beginnen und viele Stunden dauern. Deshalb begrenzen die meisten Doulas bewusst die Zahl der Begleitungen pro Monat, damit sich Rufbereitschaften nicht überschneiden und genug Erholung bleibt. Wie viele Familien du im Jahr begleitest, hängt von deiner Familiensituation, deiner Belastbarkeit und davon ab, ob du die Doula-Arbeit haupt- oder nebenberuflich betreibst. Viele unserer Absolventinnen starten nebenberuflich, zum Beispiel in der Elternzeit oder neben einer Tätigkeit im Gesundheitswesen, und bauen die Doula-Arbeit Schritt für Schritt aus.

Die Kombination mit der Mütterpflege

Eine Besonderheit, die wir aus eigener Erfahrung empfehlen: die Kombination von Doula-Arbeit und Mütterpflege. Mütterpflegerinnen unterstützen Familien im Wochenbett im Haushalt, bei der Babypflege und psychosozial, und ein Großteil dieser Leistungen kann über die Krankenkasse abgerechnet werden. Das sorgt für planbare Einsätze und ein verlässliches Grundeinkommen, während die Geburtsbegleitung als Doula hinzukommt. An unserer Mütterpflege-Akademie gibt es dafür einen Sonderpreis für ausgebildete Doulas.

Was du bei der Kalkulation bedenken solltest

Von deinem Honorar gehen Kosten ab, die du von Anfang an einplanen solltest: Fahrtkosten und Zeit für Anfahrten, eine Berufshaftpflichtversicherung, Fortbildungen, Material, Website und Werbung sowie Steuern und Sozialversicherung. Lege dein Honorar so fest, dass deine Arbeitszeit inklusive Rufbereitschaft fair bezahlt ist. Ein zu niedriger Preis schadet nicht nur dir, sondern auch dem Berufsbild. In der Ausbildung rechnen wir solche Kalkulationen gemeinsam durch.

Lohnt es sich?

Finanziell ist Doula-Arbeit für die meisten ein Zuverdienst oder ein Baustein eines selbstständigen Angebots rund um Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett, seltener ein alleiniges Vollzeiteinkommen. Was unsere Absolventinnen immer wieder berichten: Die Arbeit erfüllt, die Nachfrage von Familien wächst, und wer mehrere Standbeine aufbaut, kann gut davon leben. Wenn du wissen möchtest, wie du dein Angebot aufbaust, sprich uns an. Im Beitrag Warum soll ich eine Doula-Ausbildung machen? und auf unserer Startseite findest du alle Informationen zur Ausbildung, zu Kosten und Fördermöglichkeiten.

Autorin: Anita Wallow, Hebamme B.Sc., Ausbildungsleitung der Doula-Akademie. Stand: November 2026.